Kaufberatung

„Rost ist in der kleinsten Hütte !“

Hinweise-Hanomag-Kurier

An dieser Stelle wird auf eine ansonsten übliche allgemeine Einführung verzichtet ! Die entsprechenden Infos findet ihr aber trotzdem hier : die verschiedenen Grundtypen und Motoren sowie die wesentlichen Änderungen im Laufe der Produktionszeit. Nun zur Sache :

Die normale Lebenserwartung eines Kurier, Garant oder Markant betrug im Schnitt zehn Jahre ! Täglich wechselnde Fahrer mit einer eher laxen Auffassung des technischen Begriffs „zulässiges Gesamtgewicht“, vor allem aber ein werksseitig spärlich verwendeter Korriosionsschutz machten diesen schrulligen Vertretern des Tranportgewerbes oftmals bereits in den 1960er Jahren den Garaus !

Deshalb gilt das erste Augenmerk dem mehr ( oder weniger ) vorhandenen Rost am Fahrerhaus : auch „Scheunenfunde“, die auf den ersten Blick blechmäßig noch „gut im Futter“ stehen, bieten meist das übliche Bild.  Erstes Indiz : besteht kein Spalt mehr zwischen Fahrerhaus und Stoßstange, so sind in der Regel die Fahrerhaus-Aufnahmen am Ende der Tragrohre des vorderen Rahmens völlig hinüber.

Die vorderen Blinker werden nur durch die Gummidichtung fixiert; hebelt man sie heraus, erhält man einen Blick auf die A-Säule (oder zumindest Fragmente davon) !

Motor läuft“ ist kein wirkliches Verkaufsargument : die D 28 – Motoren (konstruiert in den 1940er Jahren) laufen eigentlich immer (Zitat Friedolin Benteler : „Im Grunde ein Klumpen Eisen – für die Ewigkeit gebaut.“) ! Interessant wird es, wenn der Motor wieder abgeschaltet werden soll ! Bei den Kurier / Garant / Markant – Modellen gab es (je nach Baujahr) einen Motor-Absteller am Motorkasten oder neben dem Gaspedal. Die zuletzt genannte Ausführung sorgt gerne für Probleme… Die D 351 – Motoren (Borgward-Konstruktion) bereiten mehr Probleme (Leistung, Robustheit, Reparaturfreundlichkeit), weshalb es schon vorgekommen ist, dass HANOMAG-Fans dieses Aggregat durch etwas anderes ersetzten !

Die Anekdoten von nicht funktionierenden Gangschaltungen sind Legion ! Schuld war dann meist eine zerbröselte Kunststoffbuchse der Lenkradschaltung ! Testen, aber mit Gefühl !

Die Ersatzteilversorgung : „Katastrophe“ ! Hier die drei wichtigsten Adressen, bei denen ihr euer Glück versuchen könnt :

Die Preise :

Es wäre unseriös, hier eine Tabelle mit Zustandsnoten samt dazugehörigen Preisen zu veröffentlichen ! Zu klein das Angebot an Fahrzeugen, zu unterschiedlich die Arten der Aufbauten; und auch ein vermeintlich „verbasteltes“ Fahrzeug kann mit entsprechender Historie unbedingt erhaltenswert sein. Nur soviel : die Preise für Edelschrott fangen bei einer Kiste Bier an und technisch und optisch makellose Fahrzeuge reichen in den fünfstelligen EUR-Bereich *) hinein; solche hochwertigen Fahrzeuge sind aber fast alle in der Szene bekannt, werden so gut wie nicht gehandelt und finden selbst dann nicht von heute auf morgen einen Käufer…..zu klein ist der Kreis solventer Kaufinteressenten !

*) nach unserem Wissen sind für einen restaurierten Kurier / Garant / Markant beim Verkauf bisher niemals mehr als 17.000,- € erzielt worden. Belegt ist ebenfalls, dass allein die Instandsetzung des Fahrerhauses (Anfertigung von Blechteilen, Schweißarbeiten und Lackierung) mehr als 6.000,- € kosten kann !